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Konzert #2 Mondnacht

Konzert #2 Mondnacht

Schumanns Mondnacht

Musik #2

Lieder von Eichendorff und Heine

In einem eineinhalbstündigen Konzert tragen die Chorsolisten der Komischen Oper Berlin, klangvoll zauberhaft und sehr einfach in Szene gesetzt, Gedichte von Joseph von Eichendorff und Heinrich Heine, komponiert von Robert Schumann, vor. Leider wird es am 25. Juni 2021 die letzte Aufführung geben.

So viel Zeit muss sein – Trennlinie

Worum geht es?

Im Jahr 1840 schuf Robert Schumann fast 150 Lieder und vertonte die Lyrik zweier Sprachgenies: Joseph von Eichendorff und Heinrich Heine. Eingerichtet für Streichorchester und Harfe erklingt der Liederkreis nach Eichendoff im Frauenchor und Dichterliebe nach Heines Buch der Lieder gesungen von den Männerstimmen. Romantische Tiefe und lyrische Vereinzelung als vielstimmiges Gesangsklangkunstwerk werden von Barrie Kosky und Klaus Grünberg auf der Bühne als Spiel aus Klang und Licht zu poetischer Wirklichkeit erweckt. Ein Abend leuchtender Sehnsucht und klingender Melancholie.

Vielstimmigkeit

Das Besondere daran: die Lieder wurden für dieses Konzert vom Chordirektor David Cavelius überarbeitet. Sie erklingen nicht nur einstimmig, sondern bis zu achtstimmig. Ein Klangteppich, durch die sanfte Bewegung der Drehbühne noch verstärkt.

Schön, dass ein solches Konzert, vor Ort und leibhaftig, wieder möglich ist. Mich hat es verzaubert.

Mondnacht

Es war, als hätt‘ der Himmel
die Erde still geküsst,
dass sie im Blütenschimmer
von ihm nur träumen müsst!

Die Luft ging durch die Felder,
die Ähren wogten sacht,
es rauschten leis‘ die Wälder,
so sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte
weit ihre Flügel aus,
flog durch die stillen Lande,
als flöge sie nach Haus.

(Joseph von Eichendorff)

So viel Zeit muss sein – Mondnacht – Konzert in der Komischen Oper Berlin
Pergolesi: Stabat Mater

Pergolesi: Stabat Mater

Stabat Mater von Pergolesie

Musik #1

Eine geistliche Oper im kirchlichen Gewand

Am 11. April wurde im Berliner Konzerthaus ohne Publikum, aber von der ARD direkt übertragen, dieses wunderbare Werk aus dem Mittelalter aufgeführt.

Wenn ich mir vorstelle, dass Giovanni Battista Pergolesi dieses Duett zwischen einer Sopranistin und einer Altistin 1736 mit 26 Jahren (kurz vor seinem Tod) komponierte, bekomme ich Gänsehaut. Es klingt für mich wie eine Liebeserklärung zweier Stimmen, die im Hintergrund von Streichern untermalt wird.

Aber das Besondere an diesem Konzert hier in Berlin ist, dass die beiden Stimmen nicht Sopran und Alt, sondern Sopran und Countertenor sind, als nicht Frau und Frau, sondern Frau und Mann. Die Aufführung schwingt auf zu einer geistlichen Oper in kirchlichem Gewand.

Sängerin und Sänger sind internationale Stars: Anna Prohaska (Sopran) und Philippe Jaroussky (Countertenor), dirigiert von Andrea Marcon und begleitet durch das Konzerthausorchester Berlin.

Diese zauberhaften 35 Minuten haben mein Herz berührt.

So viel Zeit muss sein – Musik #1 Stabat Mater 1
So viel Zeit muss sein – Musik #1 Stabat Mater 2
So viel Zeit muss sein – Musik #1 Stabat Mater 3
So viel Zeit muss sein – Musik #1 Stabat Mater 4
So viel Zeit muss sein – Musik #1 Stabat Mater 5
So viel Zeit muss sein – Musik #1 Stabat Mater 6